Babyflaschen: Glas oder Kunststoff? Was belegt ist
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Glas oder Plastik? Die ehrliche Antwort: Für Kunststoff gibt es einen aktuellen Labortest, für Glas nicht. ÖKO-TEST hat 2026 nur Kunststoffflaschen auf Schadstoffe geprüft1 und in einigen BPA gefunden – trotz „BPA-frei“ auf der Packung.3 Glas gilt als Weg, Kunststoff ganz zu meiden,6 kann aber zerbrechen.4 Hier steht, was belegt ist, damit du selbst entscheiden kannst.
Kurz gesagt
| Kunststoff | Glas | |
|---|---|---|
| Aktueller Labortest | ÖKO-TEST 2/2026, 14 Flaschen1 | im ÖKO-TEST 2026 nicht geprüft1 |
| Schadstoffe | BPA in drei Flaschen und einem Sauger gefunden3 | kein aktueller Test gefunden |
| Mikroplastik | Freisetzung aus Polypropylen in einer Studie von 2020 gemessen5 | Glas laut ÖKO-TEST die Wahl, wer Plastik meiden will6 |
| Bruch | – | kann zerbrechen, Kind soll sie nicht halten4 |
| Sauger | je nach System | bei Philips Avent derselbe Sauger wie bei Kunststoff78 |
Was ÖKO-TEST bei Kunststoff gefunden hat
ÖKO-TEST hat für das Heft 2/2026 14 Babyflaschen aus Kunststoff im Labor untersucht, unter anderem auf Bisphenol A (BPA), PAK wie Naphthalin und Schwermetalle.1 Alle Flaschen überstanden starke Temperaturwechsel, und alle Sauger bestanden die Zug- und Drucktests.2
Drei Flaschen und ein Sauger lagen beim BPA über den neuen Grenzwerten, die ab Juli 2026 gelten.2 Namentlich berichtet infosperber: die Babydream Trinklernflasche (Rossmann), die NUK First Choice+ und die Mepal Mio, dazu BPA und Naphthalin im Sauger der Nip Weithalsflasche. Alle vier waren als „BPA-frei“ bezeichnet.3
Was das für dich heißt: Ein „BPA-frei“-Aufdruck allein garantiert es nicht.3 Laut ÖKO-TEST senkt Auskochen vor dem ersten Gebrauch den BPA-Gehalt deutlich.1 Eine Flasche mit gutem Testergebnis findest du im Babyflaschen-Vergleich.
Mikroplastik: was man weiß und was nicht
2020 haben Forschende aus Dublin in der Fachzeitschrift Nature Food gemessen, dass Flaschen aus Polypropylen beim Zubereiten Mikroplastik abgeben – vor allem bei hohen Temperaturen und beim Sterilisieren.5 Das BfR ordnete das damals so ein: Nach bisherigem Wissen sei nicht davon auszugehen, dass Mikroplastik in Lebensmitteln ein Gesundheitsrisiko ist; für eine abschließende Bewertung fehlten aber Daten.5
ÖKO-TEST schrieb dazu: Wer die Plastikaufnahme möglichst gering halten will, sollte eine Babyflasche aus Glas verwenden.6
Was du bei Glas beachten musst
Glas wurde im ÖKO-TEST 2026 nicht geprüft.1 Philips weist in der Anleitung seiner Flaschen darauf hin:4
- Glasflaschen können zerbrechen – Kinder sollen sie nicht selbst halten.
- Vor jedem Gebrauch prüfen; mit Rissen oder Splittern nicht mehr verwenden.
- Keine Metallgegenstände zum Umrühren oder Reinigen benutzen; Kratzer und Abnutzung können zum Bruch führen.
Bei Philips Avent nutzt die Glasflasche (120 ml) denselben Sauger der Stufe 2 wie die Kunststoffflasche (125 ml).78 Du kannst also beide Materialien im selben System mischen.
Welches Material passt zu dir?
- Du willst Kunststoff meiden: Glas – und füttern, solange das Kind die Flasche noch nicht selbst hält.
- Dein Kind hält die Flasche schon selbst, oder du bist viel unterwegs: Kunststoff, etwa eine Flasche mit gutem Labortest aus dem Babyflaschen-Vergleich.
- Du bist unsicher: Beides im selben System – Glas zu Hause, Kunststoff unterwegs.
Wie du beide Materialien reinigst, steht in Babyflaschen reinigen; ob du sterilisieren solltest, in Babyflaschen sterilisieren. Fragen zur Gesundheit deines Babys beantworten Hebamme oder Kinderarztpraxis.
Quellen
- Babyflaschen im Test: Viele schneiden sehr gut ab — ÖKO-TEST
- ÖKO-TEST Babyflaschen: Die besten Fläschchen — Utopia
- Öko-Test findet BPA in Babyflaschen — Infosperber
- Philips Avent Natural Response Babyflasche – Benutzerhandbuch — Philips
- Mikroplastik aus der Babyflasche — Science Media Center Germany
- Neue Studie: Babyflaschen setzen Millionen Mikroplastik-Partikel frei — ÖKO-TEST
- Avent Natural Response Babyflasche 120 ml aus Glas (SCY930/01) — Philips
- Avent Natural Response Babyflasche 125 ml, Sauger 2 (SCY900/01) — Philips